Termine
Jeden Dienstag | 21:30 Uhr
LSD - Liebe Statt Drogen
im Schokoladen
28.02.10 | 20:45 Uhr
Dichter als Goethe
Barrikade e.V., Berlin
08.03.10 | 20:30 Uhr
Lesedüne
Monarch, Berlin
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Wen es interessiert, der kann im Folgenden nun ein wenig über mich lesen:
michaEbeling
Aufgewachsen bin ich in einem sehr kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, in dem allerdings eine hübsche romanische Kirche steht. Zu meiner Kindergärtnerin habe ich immer Tante Gisela gesagt, obwohl sie gar nicht meine Tante war.
Eine Schule hatte das Dorf nicht. So musste ich ins Nachbardorf, um Lesen und Schreiben zu lernen. Dafür bin ich dem Nachbardorf bis heute dankbar. Schließlich verdiene ich mit diesen beiden Fertigkeiten meine Dinkelbrötchen und meine Südfrüchte.
Übrigens gibt’s im Nachbardorf den Bäcker Pickert. Bei dem schmeckt das Brot noch immer genauso wie bei Bäcker Giesecke damals in unserem Dorf.
Im Prinzip gab es aber außer einem Bäcker fast nichts in unserem Dorf, so dass man alles aus dem Nachbardorf besorgen mußte. Sogar die Zuckerrüben, aus der Mutter immer die Marmelade für unsere Schulbrote gekocht hat. Na, und wenn wir schon bei Mutter sind. Selbst die ist nicht aus unserem Dorf, sondern musste aus von weit weg erst mal geholt werden für Vater.
So, es soll ja an dieser Stelle auch nicht zu sehr ausufern. Deshalb werde ich hier und da auch mal springen in der Zeit.
Nach der Schule habe ich ein wenig in der väterlichen Schmiede herumgehämmert und gelernt, wie man sich derart schmutzig macht, dass der Dreck einfach nicht mehr abgeht. Es folgten 18 Monate Armee, also Nationale Volksarmee. Wir haben dazu „Asche“ gesagt.
Dort diente ich als Bausoldat, weil ich meinen Wehrdienst ohne Waffe absolvieren wollte. Und Zivis gabs damals im Osten nicht. Da habe ich dann gelernt, wie man so wenig tut, dass man sich quasi nie die Hände schmutzig macht. So hatte dann am Ende meiner Armeezeit zwar meine Seele leichte Quetschungen erlitten, jedoch der Dreck aus der Schmiede war wieder ab. Mein Leben konnte beginnen. Es begann in Magdeburg. Dort arbeitete ich in einer berühmten Diakonischen Einrichtung, die ich aber nicht nennen möchte, weil die Pfeifferschen Stiftungen es lieber mögen, wenn dort eine beschauliche Ruhe herrscht für die Heimbewohner. Und wenn dann ein Massentourismus einsetzt, bloß, weil ich dort mal ein Jahr als Hilfspfleger in Alt-Bethanien gearbeitet habe, das wäre denen nichts.
Aus Magdeburg ging ich im August 1989 weg. Es war alles gesagt. Ich zog nach Berlin. Ich kann es nicht beweisen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass mein Energiefeld den Fall der Mauer ausgelöst hat. Ein paar Semester Theologie brachten mich intellektuell einigermaßen auf Vordermann, aber nicht wirklich weiter. Viele Jahre verdiente ich dann mein Geld als Taxifahrer. Aus diesem Grund gab ich mir, als ich 1996 meine Kollegen kennenlernte und Mitglied der Lesebühne Liebe Statt Drogen wurde, für einige Jahre leider selbst den Künstlernamen „Taxi-Micha“. Aber davon will ich heute nichts mehr wissen und mein Künstlername ist von nun an: „michaEbeling“.
Jedenfalls schreibe ich seit 1996 Geschichten und lese sie anderen Leuten vor. Anfang der zweitausender Jahre begegnete mir das Phänomen Poetry Slam. Das hat mir viel Spaß gemacht, und von Zeit zu Zeit betrete ich auch heute noch so eine wilde Slam-Bühne. Mit Volker Strübing zusammen habe ich als TeamLSD zweimal bei den Deutschsprachigen Meisterschaften des Poetry Slams den Meistertitel errungen. Darauf sind wir ein bisschen stolz. Naja, schon ziemlich dolle. Hat außer uns auch noch keiner weiter geschafft, den Titel zweimal zu holen.
2007 druckte der Dresdner Verlag Voland&Quist mein Buch Restekuscheln. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Meine alte Deutschlehrerin Ilse D. hat es auch angefangen zu lesen und konnte es aber nicht weiterlesen als bis zu den ersten zwei, drei Texten, weil sie so weinen musste. Das hat mich gelehrt, dass man mein Buch, wenn man mich noch nie vorlesen gehört hat, auch einfach nur entsetzlich traurig finden kann. An sich ganz schön, dass da so eine Vielfalt drinsteckt. Vor allem, wenn man das so gar nicht gewollt hat. Aber ich wollte ja auch erst keine neue und schicke Homepage und jetzt bin ich sehr froh, dass es sie gibt.
Du, liebe Leserin, lieber Leser, bist herzlich eingeladen, die hier und dort versteckten Schätze und Kleinodien meines reichhaltigen und zum Teil fragwürdigen Schaffens an das Licht Deines Bildschirms zu befördern und anzuschauen.Viel Spaß dabei!
Herzlich
michaEbeling